Einige Wochen leben wir jetzt schon in Mexiko und ich würde sagen, wir haben so gut wie fast jeden Tag neue Dinge erlebt. Sei es bei der Wohnungssuche, der Jobsuche, dem besorgen eines Autos, beim Essen, beim Fasten, in der Interaktion mit Menschen oder beim Respektieren und Einlassen einer andersartigen und neuen Kultur.
Neuartigkeit ist wie ein Geschenk für mich. Das Leben ist wie eine Entdeckungsreise und ich will immer wieder lernen, meiner Neugierde zu folgen. Ich versuche dementsprechend kontinuierlich etwas Neues zu erleben oder zu lernen. Das geht automatisch einher mit einem gewissen Risiko und dieses wiederum erfordert Mut.
Gerade lerne ich zum Beispiel Spanisch, auch wenn die Sprache keine Musik in meinen Ohren tönen lässt, komme ich mit den Mexikanern hier nicht anders in Berührung. Es kann kaum eine Begegnung stattfinden, da Sprache für mich eine wichtige Brücke zu Menschen ist. Ich mache unglaublich viele Fehler und es kostet soviel Willen, immer wieder erneut auf die Schnauze zu fallen. Aus diesem Grund brauche ich eine gute Methode und ein funktionierendes System. Ich versuche es mir so spaßig wie möglich zu gestalten, sonst weiß ich halte ich das nicht lange durch. Make learning fun- makes it so much easier, klar, davon habe ich auch schon gehört. Aber ohne Plan funktioniert das leider auch nicht. Mich motiviert nichts so sehr wie mein eigener Erfolg – also mache ich weiter, falle hin und stehe ungeduldig wieder auf etc. Mal schauen, wann der erste flüssige Dialog klappen wird; ein Spanisch-Talent hat sich bei mir jedenfalls bisher noch nicht offenbart.
Monotonie behindert Entwicklungsfortschritt sagt die Wissenschaft. Insofern sind Erfahrungen die Grundvoraussetzung für Fortschritte. Allerdings kosten diese Prozesse viel Kraft und Energie. Nun; wir können demnach in unserem vermeintlichen sicheren Alltag leben, oder immer mal wieder die Chancen ergreifen und „springen“. Ich kann für mich sagen, dass ich es vermutlich immer eher mehr bereut habe, etwas nicht getan zu haben, anstatt voll gegen die Wand gelaufen zu sein. Das bedeutet ja auch irgendwie ein intensives Leben, aber das ist wahrscheinlich Charaktersache und auch eine Frage des Alters. Hier kann ich dann nur für mich sprechen. Ich versuche meine Regrets als Katalysator zu nutzen und tanze damit über den Globus. Warum haben wir als Kinder ständig soviel neues ausprobiert und als Erwachsene werden wir dann irgendwie ein wenig träge? WARUM?
Logisch, die Magie neuer Erfahrungen bringt nicht nur ein aufregendes „Annehmen“ mit sich, sondern braucht auch eine mitfühlende Verarbeitungen. Und da ich im Grunde meines Herzens sehr sensibel bin, genehmige ich meinem Herzen dann auch Zeit, um all das Neue ordentlich zu „verdauen“. Phasen der Stille und der Einsamkeit sind immer wieder so notwendig für mich, um die Erlebnisse mit der Verarbeitung zu Erfahrungen werden zu lassen. Das mein Partner das respektiert weiß ich unglaublich zu schätzen. Da habe ich wirklich Glück.
Danke liebes Leben für soviel Leben – Danke für soviel Freiheit – Danke für soviel Input. Ich spiele die Melodie meines Lebens mit Begeisterung. Was wir wohl als nächstes (aus)probieren werden? Aiiii mir fallen auch schon gleich wieder unzählige Verrücktheiten ein, lass dich gerne anstecken!
When was your last time, you did something for the first time?
Saludos muy cordiales
Anna-Maria